Betriebliches Gesundheitsmanagement in KMUs

erschienen in Wirtschaftsspiegel Thüringen (Ausgabe 3/15; http://ws032015.wispi-online.de/)

MitarbeiterInnen sind die wichtigste Ressource und damit der größte Stellhebel des Unternehmens. Sie gilt es gerade in Zeiten rapiden Wandels zu fördern. Daher findet immer stärker das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) Einzug in Unternehmen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist aber nur erfolgreich, wenn es eine genaue Analyse, zugeschnittenen Maßnahmen, eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter und ausreichend unternehmerische Ressourcen besitzt. Der folgende Ansatz gibt eine Orientierungshilfe zur Umsetzung und fasst Schritte und darin enthaltende Aktivitäten zusammen.

Initialisierung/ Analyse

Bevor Maßnahmen des BGM ergriffen werden, ist es notwendig festzustellen, auf welche Unternehmensstrukturen und Ressourcen bei einer möglichen Durchführung zurückgegriffen werden kann. Die Ist-Analyse erfolgt dann auf quantitativer Ebene (Analyse von Fehlzeiten und Altersstrukturen sowie Mitarbeiterbefragungen) und qualitativer Ebene (Arbeitszirkeln oder Experteninterviews). Ein wichtiges Element stellt hierbei die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen dar. Aufgrund des Zuwachses psyschischer Belastungen wurden diese 2013 in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen (§ 4 Nr. 1, ArbSchG). Arbeitgeber unterstehen nach dieser Gesetzesänderung der Dokumentationspflicht von Risikobeurteilungen, Präventionsmaßnahmen und Wirksamkeitskontrollen. Empfehlenswert hierbei ist es, das geschulte Auge und fundierte Wissen eines Arbeitspsychologen zu nutzen, da die Kompetenzen im Bereich Testdiagnostik die Analyse erheblich vereinfachen und verbessern.

Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen

Mithilfe der analysierten IST-Situation kann im nächsten Schritt damit begonnen werden, Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Ergonomie zu gestalten. Dabei können korrektive, intervenierende und präventive Maßnahmen durchgeführt werden. Im Bewegungsbereich kommt der Neuen Rückenschule nach der KddR eine zentrale Rolle zu. Durch Gesundheitszirkel, kontinuierlich wiederholte Veranstaltungen und eine abgestimmte Unternehmenskommunikation wird die Attraktivität und mit Umsetzungswahrscheinlichkeit stark erhöht. Die Vorbildrolle der Geschäftsführung und der Führungskräfte, das Bereitstellen von Ressourcen, das Einbeziehen der Mitarbeiter in die Umsetzung Mitarbeiter begünstigen zusätzlich den Erfolg des Gesundheitsmanagements.

Evaluation & Transfer

Bei der Evaluation ist sinnvoll auf anfänglich getroffene Zielvorstellungen und geschaffener Strukturen einzugehen. Neben dem Erfolg liefert gerade der Misserfolg wertvolle Hinweise, die eine Steigerung der zukünftigen Prozessqualität mit sich bringen kann.

Clockwise Modell der betrieblichen Gesundheitsförderung:

CWC_BGF

Abbildung 1: Modell des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Der Autor:

Benjamin Koch ist Senior Consultant für den Bereich Organisationsentwicklung bei der Mittelstandsberatung Clockwise Consulting GmbH. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Bereich Führungskräfteentwicklung und Gesundheitförderung. Er lehrt seit 2011 an der Fachhochschule Jena das Fach „Personalführung für Wirtschaftsingenieure“. Als Geschäftsführer der HR & Sport Consulting ist er als sportpsychologischer Berater und Business Coach tätig.

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